Die aktuellen Vergangenheitsdebatten in Spanien – Republik, Bürgerkrieg und Franco-Diktatur – prägen das Land.

336 Seiten, 135.0 × 204.0 cm, Klappenbroschur
ISBN 978-3-85869-476-8, 1. Auflage

Dieser Titel ist auch als E-Book erhältlich

Erschienen am 17.12.2012

Gegenwart der Vergangenheit

Die Kontroverse um Bürgerkrieg und Diktatur in Spanien

EUR 25,00 Alle Preisangaben inkl. MwSt.

Der franquistische Terror in Spanien während und nach dem Bürgerkrieg ist erst in den letzten Jahren in seinem ganzen Ausmaß bekannt geworden. Dadurch hat die Debatte um die Fakten der Vergangenheit, das kollektive Gedächtnis und die öffentliche Auseinandersetzung mit der Diktatur eine neue Dynamik erhalten.
Georg Pichler zeichnet die verschiedenen Phasen der Aufarbeitung der Vergangenheit Spaniens vom Ende des Bürgerkrieges bis in die Gegenwart nach. Er hat die Exhumierung von Massengräbern begleitet, berichtet über Gedächtnisorte wie das Valle de los Caídos, Paracuellos, Belchite, den Alcázar von Toledo, und er interpretiert die immer noch weitherum sichtbaren Symbole der franquistischen Macht. Zudem hat er mit Nachkommen beider Seiten, der republikanischen wie der franquistischen, sowie mit Wissenschaftlern, Intellektuellen, Journalisten und politischen Aktivisten gesprochen, um ihre Lesart der spanischen Vergangenheit zu erfahren.
Zugleich ist das Buch eine Analyse der gegenwärtigen politischen Verhältnisse in Spanien, in denen sich die ideologischen und politischen Auseinandersetzungen und Kämpfe der Vergangenheit weiter fortsetzen. Die Fronten des Bürgerkrieges wirken fort bis in die Gegenwart.

Georg Pichler, geboren 1961 in Graz, lebt in Madrid. Er ist Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Universidad de Alcalá (Madrid). Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind u.a. das antifaschistische Exil und die literarische Verarbeitung des Spanischen Bürgerkriegs in der deutschsprachigen und internationalen Literatur.

»Pichler ist ein hervorragender Erzähler, bei all seiner Sympathie für die damaligen Republikaner und die heutigen Linken lässt er neben Wissenschaftlern im Bemühen um Ausgewogenheit auch Verehrer Francos zu Wort kommen. Das Buch leistet somit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des heutigen Spanien und seiner nach wie vor gespaltenen Gesellschaft.«

Thomas Urban, Süddeutsche Zeitung

»Ein Buch, das bei der nächsten Reise auf die Iberische Halbinsel als politischer Reiseführer ins Gepäck gehört.«

Kurt Henkel, TAZ

»Pichlers Beitrag ist nicht nur bezogen auf Spanien von großem Interesse. Seine Studie bietet zweifellos eine Reihe von potenziellen Anknüpfungspunkten für die Konstituierung einer politischen Kultur und eines Neuanfangs.«

Maurice Schuhmann, literaturglobe.de

»Pichlers Buch ist reich an Informationen über die jüngste Geschichte Spaniens, macht gesellschaftliche Widersprüche sichtbar und öffnet den Blick für ähnliche Probleme in anderen Ländern. Wer sich für Spanien interessiert, sollte es unbedingt lesen.«

Tobias Kaestli, NZZ am Sonntag

»Georg Pichler schreibt eine fesselnde Geschichte über den Zusammenhang von Geschichte, Gedächtnis und Identität. […] Der Autor beschreibt anhand eines umkämpften kollektiven Gedächtnisses Schritt für Schritt, umsichtig und engagiert, wie der spanische Bürgerkrieg und die 39 Jahre währende Franco-Diktatur das Land bis in die Gegenwart hinein prägen – in politischer, gesellschaftlicher und kultureller Hinsicht.«

Linda Maeding, literaturkritik.de