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Die Trümmer einer wahren Begebenheit – zwischen Archiven, Erinnerung und Selbstzensur

296 Seiten, 20.4 × 13.5 cm, Klappenbroschur
ISBN 978-3-85869-556-7, 1. Auflage

Dieser Titel ist auch als E-Book erhältlich

Erschienen am 15.09.2013

Stein, Papier

Eine Spurensuche in Galiläa

Aus dem Deutschen von Markus Lemke

EUR 19,90 Alle Preisangaben inkl. MwSt.

Am Anfang war ein Gerücht. Als Tomer Gardi erfährt, dass das neue Museum in seinem Kibbuz mit den Steinen eines 1948 zerstörten palästinensischen Dorfes errichtet worden sein soll, kann er es zunächst nicht glauben. Wie kann es sein, dass niemand davon weiß, niemand darüber spricht? Wer lebte dort in Hounin? Wo sind diese Menschen und ihre Nachfahren heute? Und wie konnte deren Schicksal so gründlich verdrängt werden?
Tomer Gardi sucht Antworten. Er durchforstet die israelischen Archive, stellt die Menschen im Kibbuz zur Rede. Bewusst rennt er gegen die Mauern des kollektiven Schweigens und Vergessens an und hält seine Recherchen und Eindrücke fest. Entstanden ist eine ganz eigene Form der Annäherung an die Geschichte, ein Spiel mit den Grenzen zwischen Essay, Reportage und Prosa – und ein eindrückliches Zeugnis von zivilem Ungehorsam.
Das Museum des Kibbuz Dan im Norden Israels wurde aus den Steinen eines zerstörten palästinensischen Dorfes erbaut. Auf der Suche nach den Hintergründen stößt der Autor auf Verdrängung, Zensur und die Mechanismen konstruierter Geschichte.

Tomer Gardi, geboren 1974 im Kibbuz Dan in Galiläa, ist Autor und politischer Aktivist. Er war Herausgeber der Zeitschrift Sedek: A Journal on the Ongoing Nakba, ein Projekt der israelisch-jüdischen Initiative Zochrot, die die Vertreibung der Palästinenser mittels aktiver Erinnerungsarbeit im öffentlichen Diskurs verankern will. Tomer Gardis literarischer Essay Stein Papier erschien 2011 im Verlag Hakibbutz Hameuchad, Tel Aviv, und sorgte in Israel für Aufsehen.

»Gardi lotet nicht nur den Assoziationsraum zwischen Märchenfantasie und Geschichte aus, er lotet auch unsere Unfähigkeit aus, diese Doppeldeutigkeit in Sprache zu fassen. Er experimentiert mit Gedichten und Legenden, mit einer Paul Celan travestierenden Kurzprosa und Shakespeare zitierendem Drama, nicht anmassend, sondern decouvrierend.«

Hanno Loewy, Der Standard

»Zum einen ist da der frische, unbefangene, fast naiv wirkende Ton, in dem Gardi seine Fragen an die Geschichte und seine Nation stellt. Zum anderen vermittelt er einen Tabubruch im heutigen Israel: sich kritisch mit der eigenen jüngsten Vergangenheit auseinanderzusetzen. Nicht umsonst wurde daher in der israelitischen unabhängigen Presse dieses Buch als eine ›seltene Perle‹ der zeitgenössischen hebräischen Literatur bezeichnet, nicht von ungefähr löste es viel beachtete Diskussionen aus über das eigene politische und gesellschaftliche Selbstverständnis.«

Martin Grzimek, SWR2

»Eine höchst ungewöhnliche Spurensuche. Der Autor hat es geschafft, mit seiner Recherche quasi den Grundstein für ein neues Archiv zu legen. In einem solchen Archiv würde die Vertreibung der Palästinenser ins öffentliche Gedächtnis Israel zurückgeholt – und so mancher Mythos über das Land und die eigene Geschichte erschüttert.«

Liane von Billerbeck, Deutschlandradio Kultur