Weihnachtsempfehlungen vom Rotpunkt-Team

Karen Muela in Hausmitteilungen / 20. December 2023
Weihnachtsempfehlungen vom Rotpunkt-Team
Die Bodega Española besuchte ich zum ersten Mal aus reinem Zufall. Ich wohnte damals noch nicht so lange in Zürich und hatte immer wieder Heimweh nach Spanien. Eines Tages besuchte mich ein guter Freund und sagte mir, dass er von einem sehr guten Traditionslokal in Zürich gehört habe, das gute Paellas kocht. So landete ich damals zum ersten Mal in der Sala Morisca der Bodega Española, mit einer leckeren Paella vor mir und einem intensiven Gefühl von Heimat. Darauf folgten einige sporadische Besuche, um leckere Tapas im Zürcher Niederdorf zu geniessen.

Obwohl ich nie Stammkundin wurde, kann ich sehr gut nachvollziehen, warum sich viele Menschen in diesem Lokal so schnell zu Hause fühlen. Die sehr spannenden Geschichten im Buch «Bodega Española. Wie Zürich ein bisschen spanischer wurde» von Denise Marquart und Doris Fanconi sind ein Beweis davon. Wir finden im Buch Porträts von vielen interessanten Menschen, die seit Jahrzehnten die Bodega als das Stammlokal sehen, wo sie Menschen an anderen Tischen begrüssen und von den Kellnern herzlichst willkommen geheissen werden.

Ich habe eine weitere Geschichte: Ich befand mich an einem Abend in der Bar vor der Bodega und habe ein wichtiges Spiel einer grossen spanischen Fussballmannschaft geschaut, von der ich Fan bin. Es gab ein Tor und ich schrie als einzige im Raum, weil sich hier nur Fans der anderen Mannschaft befanden. Als ich gerade anfing, mich deswegen etwas zu schämen, hörte ich von der anderen Strassenseite zahlreiche Freudenschreie. Ich drehte mich um und sah die Kellner der Bodega, welche aus unterschiedlichen Fenstern geschaut und nach dem Stand des Spieles gefragt haben. Sie schrien und feierten während dem Rest des Spieles. Ich fühlte mich sofort wie zu Hause.

Die Geschichte der Bodega ist eine Geschichte von Migration, Tradition und dem spannenden Geschehen in einem Lokal, das ein wichtiger Teil der Geschichte vom Zürcher Niederdorf geworden ist. Das Buch empfehle ich nicht nur Menschen, die die Bodega regelmässig besuchen, sondern allen, die der Geschichte von Zürich und seinen Menschen näher kommen wollen. Ein wunderschönes Buch für unter den Weihnachtsbaum!