»Einnicken mit dem Gesicht auf der Bettdecke. Sie riecht nach, ich weiß nicht, nach Sebastian. Er riecht nicht mehr so wie früher. Anders. Alles anders.«

256 Seiten, 20.4 × 12.5 cm, Gebunden
ISBN 978-3-85869-470-6, 4. Auflage

Dieser Titel ist auch als E-Book erhältlich

Erschienen am 15.03.2012

Außer sich

Roman

EUR 22,00 Alle Preisangaben inkl. MwSt.

Sommer in Berlin – und eigentlich wären Katja und Sebastian viel lieber im Bett geblieben an diesem Samstagmorgen. Endlich wieder einmal ausschlafen, endlich wieder einmal in den Tag hineinleben. Aber das Wochenende ist, wie so vieles im Leben des Architektenpaares, verplant, und sie machen sich auf den Weg, Freunde in Mecklenburg zu besuchen. Während der Fahrt passiert es: Sebastian erleidet einen Schlaganfall.
Ein Helikopter bringt ihn ins Krankenhaus, und der Intensivmedizin gelingt es, Sebastian am Leben zu halten. Bald aber ist klar, dass er schwer geistig behindert bleiben wird. Katja hofft zunächst, Sebastian mit ihrer Nähe, mit ihrer Liebe zurück ins Leben holen zu können. Aber erkennt er sie überhaupt noch? Wo sind die Bilder der Erinnerung, die Pläne für die Zukunft, Wünsche und Träume? Ist das noch Sebastian?
Der Roman erzählt Katjas einsame Auseinandersetzung mit den Grenzen ethisch-moralischer Grundsätze, folgt ihrem Weg hin zu einer endgültigen Entscheidung. Es ist die Geschichte einer starken Liebe.

Ursula Fricker, geboren 1965 in Schaffhausen, lebt als freie Autorin in der Nähe von Berlin. Ihr vielbeachtetes Debüt Fliehende Wasser wurde 2004 mit dem Einzelwerkpreis der Schweizerischen Schillerstiftung und mit dem Werkjahr der Stadt Zürich ausgezeichnet. Verschiedene Anthologiebeiträge und Reportagen, u.a. für die SZ am Wochenende und der Freitag. Ihr Roman Außer sich war 2012 für den Schweizer Buchpreis nominiert.

»Es geht um die Frage, was mit der Liebe passiert, wenn sich der Lebensgefährte an nichts mehr erinnert, wenn er seine Partnerin nicht mehr erkennt, wenn der Blick nur noch ins Leere geht.«

Susanne Sturzenegger, Radio DRS2

»Bei all dem Dunklen und Schweren, das Ursula Fricker ihren Lesern zumutet, fragt man sich, warum es in diesem Roman dennoch so hell aus den Sätzen herausleuchtet. Es liegt daran, dass Außer sich im Grunde eine Liebesgeschichte ist.«

Christine Lötscher, Tages-Anzeiger

»Das Buch gewinnt seine Wucht in der unbeirrbaren Linearität, mit dem es den Zustand der Hoffnungslosigkeit in seiner Dauer erfasst.«

Burkhard Müller, Süddeutsche Zeitung

»Die Lektüre von Außer sich erschüttert. Und sie ist untröstlich, weil sie uns zwingt, die Dunkelheit zuzulassen und von uns fordert, achtsam zu sein. Seltener als behauptet gelingt der Literatur diese Wirkung.«

Insa Wilke, Die Zeit

»Ein feinnerviger Roman, der aus intimster Sicht ein Leben schildert, das sich nur noch in einem kurzgeschlossenen Innenraum abspielt.«

NZZ, Roman Bucheli

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