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Ein einziger Name macht aus einer Statistik einen Menschen

220 Seiten, 19.0 × 12.0 cm, Gebunden
ISBN 978-3-85869-866-7, 1. Auflage

Vorwort von Sacha Batthyany
Fotos von Mattia Balsamini
Dieser Titel ist auch als E-Book erhältlich

Namen statt Nummern

Auf der Suche nach den Opfern des Mittelmeers

Aus dem Italienischen von Barbara Sauser
Vorwort von Cristina Cattaneo
Fotos von Mattia Balsamini

EUR 24,00 Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Erscheint am 17.04.2020

Der 3. Oktober 2013 hat die jüngere europäische Geschichte verändert. Und das Leben von Cristina Cattaneo. An jenem Tag sank ein hoffnungslos überfülltes Boot mit über fünfhundert Menschen an Bord vor der Küste Lampedusas. Cattaneo, Forensikerin aus Mailand, die normalerweise bei der Aufklärung von Kriminalfällen behilflich ist, hat sich seitdem der Identifizierung der Opfer verschrieben. Kurz zuvor war ihr Vater verstorben, und sie, die sich jahrzehntelang beruflich mit dem Tod beschäftigt hatte, spürte plötzlich am eigenen Leib, wie sich der Verlust eines geliebten Menschen anfühlt. Sie konnte ihren Vater bestatten – doch die Angehörigen derer, die im Mittelmeer ertranken, können das nicht. Ihre Söhne, Mütter, Geschwister starben ohne Namen.
Cattaneo wurde klar: Eine Gesellschaft wird nicht nur daran gemessen, wie sie sich um die Lebenden kümmert. Sondern auch um die Toten. Seit jenem Tag analysiert sie in ihrem Labor DNA, begutachtet verwaschene Dokumente, Knochensplitter, Zahnbürsten, Kinderzeichnungen. Ein Name allein mache aus einer bloßen Statistik bereits einen Menschen, sagt sie, es sei das einzige Mittel gegen die Gleichgültigkeit. Ihr Buch ist die aufrüttelnde Schilderung eines hartnäckigen, unerschrockenen Einsatzes für die Menschenwürde.