Emigrations- und Lebenswege von Schweizer Zivilisten und Brigadisten während der Franco-Diktatur.

400 Seiten, 13.5 × 20.4 cm, Klappenbroschur
ISBN 978-3-85869-558-1, 1. Auflage

Mit sw-Fotos

Erschienen am 15.11.2013

Schweizer unter Franco

Eidgenössische Diplomatie und die vergessenen Opfer der Franco-Diktatur 1936–1947

EUR 34,00 Alle Preisangaben inkl. MwSt.

Im Jahr 1936 unterstützten Tausende von antifaschistischen Freiwilligen, unter ihnen rund 800 Schweizer, die Spanische Republik im Abwehrkampf gegen putschende Generäle. Gleichzeitig suchte die offizielle Schweiz schon früh die Annäherung an General Franco – und verschloss die Augen vor dem Massenmord, den er an der eigenen Bevölkerung verübte. Zu Francos Opfern zählten Schweizer Brigadisten, aber auch Zivilisten, die teilweise schon seit vielen Jahren in Spanien lebten. Nach dem Sieg der »Nationalen« gerieten sie in die Repressionsmaschinerie der neuen Machthaber. Anhand von detaillierten Fallstudien schildert Ralph Hug diese unbekannten Schicksale. Sie beleuchten das moralische Versagen der helvetischen Diplomatie, die mit der neuen faschistischen Ordnung sympathisierte und die guten Beziehungen zum Franco-Regime über den konsequenten Schutz der Menschenrechte stellte. Das Buch bringt Licht in ein unrühmliches Kapitel der schweizerischen Zeitgeschichte im 20. Jahrhundert.
Ob als Weinhändler, Architekt, Buchhalter oder Abenteurer – zahlreiche Schweizer Bürger suchten Anfang des 20. Jahrhunderts ihr Glück in Spanien. Manch einer jedoch wurde Opfer der Repression, mit der der Franquismus mit Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs das Land überzog. Ralph Hug schildert diese unbekannten Emigrations- und Lebenswege anhand von Zeitdokumenten. Seine Fallstudien werfen zudem Licht auf das moralische Versagen der eidgenössischen Diplomatie – ein unrühmliches Kapitel schweizerischer Zeitgeschichte im 20. Jahrhundert.

Ralph Hug, geboren 1954, studierte Germanistik und Philosophie. Er arbeitet als Publizist und Autor mit Schwerpunkt auf historischen und gewerkschaftlichen Themen. Lebt in St. Gallen.

»Diese verdienstvolle Arbeit wirft einen kritischen Blick auf die vergessenen Opfer, die von der historischen Forschung bislang weitgehend unbeachtet geblieben sind und im kollektiven Gedächnis nie verankert waren.«

Hans Canjé, Neues Deutschland

»Berührend und wichtig […], weil es eine weitere und dunkle Seite der schweizerischen Außenbeziehungen im totalitären 20. Jahrhundert beleuchtet.«

Urs Hafner, Neue Zürcher Zeitung

»Als Fazit dieses oft bestürzenden Buches steht zu Recht eine Forderung des Autors: ›Es braucht eine Neubewertung der schweizerischen Spanienpolitik und insbesondere der doppelbödigen Politik von Aussenminister Giuseppe Motta.‹ Ralph Hugs neues Buch erfüllt diese Forderung eindrücklich.«

Richard Butz, Saiten.ch