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»Rea Brändle ruft dieses wichtige Stück Kulturgeschichte in Erinnerung und vermittelt so einen deutlichen Eindruck von den Ausstellungen und den Protagonisten in diesem Geschäft mit der Armut.« Lilo Weber, Neue Zürcher Zeitung

256 Seiten, 17.0 × 24.0 cm, gebunden
ISBN 978-3-85869-561-1, 1. Auflage
Erschienen am 15.11.2013

Wildfremd, hautnah

Zürcher Völkerschauen und ihre Schauplätze 1835–1964


EUR 34,00 Alle Preisangaben inkl. MwSt.

»Am frühen Morgen, wenn der Zoo noch geschlossen ist, die ersten Gnus und Zebras aus ihren Blockhäusern in die nassen Wiesen stolpern und kein Tierwärter im Tigerkäfig rumort, da finden die Schwarzen sich auf einem kleinen Platze ein, und hier werfen sie sich ins Sägemehl und tun das Merkwürdige. Sie beten. Es ist nett von den Weißen, dass sie ihnen das noch einsam und unbeschnüffelt gelassen haben.« Neue Zürcher Zeitung, 1930

Feuerländer am Züriberg, Indianer bei Sarrasani, Senegalesen im Zoo – die Zurschaustellung »exotischer« Menschen war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein Massenvergnügen. Die Autorin Rea Brändle ist dem Phänomen nachgegangen und ist dabei auf erschreckende Schicksale und eine große Gedankenlosigkeit im Umgang mit den Fremden gestoßen. Die nun vorliegende, stark erweiterte Neuausgabe von »Wildfremd, hautnah« bietet neben vielen neuen Bildern vertiefte Informationen zu einzelnen Truppen und Personen wie etwa zum Vortragsreisenden Bocke Boninge aus Kamerun oder zu John Glatty aus Sierra Leone, dem Betreiber des Zürcher Lokals Zum Afrikaner.
Erstmals sind die Hintergründe der Völkerschauen im Seitenzelt des Circus Knie untersucht worden. In der ausgebauten Dokumentation sind zudem weitere Tourneestationen der Zürcher Gastspiele aufgelistet.

Rea Brändle arbeitete als Theater- und Literaturredaktorin beim Tages-Anzeiger in Zürich, ehe sie sich als Autorin selbständig machte.

»Die Autorin untersucht hier die in Zürich veranstalteten Völkerschauen, woraus sie resultieren und wie sie entstanden, und schildert anhand langjährig recherchierter Fakten viele Einzelheiten aus dem Leben der hier zur Schau gestellten Menschen.«

Mario Koch, AmerIndian Research

»Rea Brändle macht, was bei diesem Thema am sinnvollsten erscheint: Sie spürt akribisch-gewissenhaft den Fakten nach und den Geschichten, die sich, mit ganz konkretem Lokalbezug und eingebettet in halbwegs Vertrautes, daraus ergeben, und sie veranschaulicht alles anhand von Einzel- oder Gruppenschicksalen.«

Angelika Maass, Der Landbote

»Das Buch von Rea Brändle stellt Fragen und bietet viel Material zum Nachdenken.«

Peter Stricker, P.S.

»Aus einer bruchstückhaften Überlieferung hat Rea Brändle eine eindrückliche Erzählung gefertigt, welche die teilweise schaurigen Schicksale der Ausgestellten ebenso gebannt im Blick behält wie die Geschäftstätigkeit der Veranstalter, die für Geld buchstäblich über Leichen gingen. Es ist ein besonderes Kapitel Zürcher Stadtgeschichte, das neben viel Lokalkolorit aber auch zeigt, wie stark international verflochten der Markt der Menschenzoos war.«

Marc Tribelhorn, NZZ