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»Vous êtes, Madame, un grand écrivain.« Armand Lanoux, Rede zur Verleihung des Prix Goncourt

160 Seiten, 19.0 × 12.0 cm, Gebunden
ISBN 978-3-85869-471-3, 2. Auflage

Dieser Titel ist auch als E-Book erhältlich

Erschienen am 15.05.2012

Dunkle Wälder

Roman

Aus dem Französischen von Hilde Fieguth

EUR 19,90 Alle Preisangaben inkl. MwSt.

Blanca, eine Frau um die fünfzig, verbringt den Sommer in einem Chalet in den Walliser Bergen. Weit weg von den Menschen verlebt sie ihre Tage. Nur gelegentlich kommt ihr Mann aus dem Tal herauf, einzig Hund und Katze sind ihre Begleiter. Vor ihrem Auge erstreckt sich ein dichter, dunkler Wald. Sie beginnt, ihn zu erkunden, mit jedem Tag taucht sie tiefer ein, verirrt sich, verliert sich, verschmilzt mit der gewaltigen Natur. Dabei begegnet ihr Guérin, ein Knecht, der von Hof zu Hof wandert und sie fortan mit Geschenken aus dem Wald überrascht. Diese menschliche Urgestalt, roh und zart zugleich, erschreckt sie und zieht sie magisch an. Als Blanca eines Tages tot in ihrem Chalet aufgefunden wird, glaubt man gleich an ein Verbrechen.
Von Corinna Billes letztem Roman geht die hypnotische Kraft eines Traums aus. Vordergründig erzählt sie von Blumen, Pilzen, Bäumen – doch der Leser spürt, dass Unheimliches, ja eine zunehmende Todesahnung dahinter lauert. Dabei lotet sie die menschliche Einsamkeit zwischen nackter Angst und Momenten grenzenloser Freiheit aus und dringt in ihrer schlichten, direkten Sprache zum Wesentlichen vor.

S. Corinna Bille (1912–1979), Tochter eines Malers und einer Bergbäuerin, beschließt mit fünfzehn, Schriftstellerin zu werden. Nach Schuljahren in einem Internat in der Zentralschweiz, »Lehrjahren« in Paris und Zürich führt sie ein Nomadenleben in Walliser Weilern, gemeinsam mit anderen Künstlern. Darunter Maurice Chappaz, den sie 1947 heiratet. Veröffentlichung von Prosa und Lyrik. 1975 wird sie für ihre Erzählungen mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Die Natur in Verbindung mit der sinnlichen Körperlichkeit der Liebe zählt zu ihren Hauptmotiven.

»Corinna Bille war auch deshalb die Tochter dieses Landes, weil sie nicht nur stolz, stark, sehnsüchtig, träumerisch, innig und leidensfähig war, sondern eine Unbezähmbare.«

Peter Hamm, Die Zeit

»Weltliteratur aus dem Wallis. S. Corinna Billes Werk sollte endlich auch über die Schweiz hinaus wahrgenommen werden.«

Jürg Altwegg, FAZ

»Der letzte Roman der 1979 verstorbenen S. Corinna Bille erzählt vom überwältigenden Glück der Naturerfahrung, er ist eine einzige Atmosphäre, er duftet, rankt, lässt beim Lesen Erinnerungen an eigene Wahrnehmungen aufsteigen, und das in einer sinnlichen, zerbrechlichen Sprache. Nicht nur ein schöner Roman liegt hier erstmals auf Deutsch vor – auch ein schönes Buch hat der Zürcher Rotpunktverlag daraus gemacht.«

Katrin Schumacher, Radiofeuilleton Deutschlandradio

»Das Thema, um das ihr ganzes Schreiben kreist, ist die Natur und ihre Abgründe. Die wilde Natur der Walliser Berge, die Schönheit von Pflanzen, Wasser und Fels wird ihr zum Schauplatz existenzieller Dramen, zur Kulisse der menschlichen Natur, die sich in Verbrechen äussert wie in der Qual und Feier der Liebe.«

Urs Bugmann, Neue Luzerner Zeitung

»Corinna Bille – die bedeutendste Autorin der französischen Schweiz im 20. Jahrhundert.«

Hildegard Elisabeth Keller, SF Literaturclub